Käte Ahlmann Stiftung: Mentoring von Frau zu Frau

18. November 2020
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Mit Mentoring unterstützt die Käte Ahlmann Stiftung Gründerinnen mit Innovationskraft. (Foto: adobe stock)

TWO WOMEN WIN!

Gäbe es unsere Gesellschaft – so wie sie ist – ohne ehrenamtliches Engagement? Die Antwort ist einfach und klar: nein. Denn dieses Engagement stärkt nicht nur das Gemeinschaftsgefühl, die Gemeinschaft an sich und das Gefühl „Gutes zu tun“, sondern unterstützt die Entwicklung und Entfaltung eines jeden, der daran teilhat. WOMAN IN THE CITY hat den Fokus auf Projekte gerichtet, die Frauen fördern. Ein Beispiel: die Käte Ahlmann Stiftung. Die Stiftung ist ein „Innovationsförderer“. Durch gezieltes Mentoring unterstützt sie Gründerinnen und Frauen mit Innovationskraft, die geschickt eine Nische besetzen und einzigartige Lösungen finden wollen.

„Uns Frauen gehört immer noch nicht die Hälfte des Himmels, bzw. der Politik, der Wirtschaft oder auch des Geldes.“

Wir haben mit Ute Voß aus Kiel gesprochen, die sich bei der Käte Ahlmann Stiftung engagiert. Ute Regina Voß ist Unternehmerin (frau&vermögen), Mitglied im Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) und engagiert sich dort im Vorstand der Landesgruppe Hamburg/Schleswig-Holstein.

WITC: Frau Voß, warum sind Sie Unternehmerin?
Ute Voß: Um es mit Pippi Langstrumpf zu sagen: Ich mach´ mir die Welt, wie sie mir gefällt! Im Klartext: Ich kann mir meine Arbeits-Welt selbst gestalten. Kann – weitestgehend – selbst entscheiden, wie, wo, woran, mit wem und wie viel ich arbeite.

WITC: Woher kommt Ihr Engagement von Frauen für Frauen? Sowohl beim Verband der Unternehmerinnen, als auch bei der Käte Ahlmann Stiftung geht es darum, dass Frauen sich als Unternehmerinnen einbringen und andere Frauen unterstützen.

Ein großer Wert für mich ist Gerechtigkeit! Und uns Frauen gehört immer noch nicht die Hälfte des Himmels, bzw. der Politik, der Wirtschaft oder auch des Geldes. Außerdem: Männer sind anders. Frauen auch. Das hängt unter anderem mit der unterschiedlichen Sozialisation von Frauen und Männern zusammen. Beispielsweise „verkaufen“ sich Männer besser als (bescheidene) Frauen. Oder es sind in der Regel Frauen, die sich um Haushalt, Kinder, pflegebedürftigen Eltern oder Schwiegereltern kümmern. Ich finde es wichtig, Frauen zu stärken, damit sie mutiger und selbstsicherer für ihre Bedürfnisse einstehen! Außerdem möchte ich ein Vorbild für Frauen sein, damit sie sehen, dass eine Selbständigkeit erfolgreich sein kann, sinnerfüllt ist und auch noch jede Menge Freude macht!

WITC: Was ist das Besondere an der Käte Ahlmann Stiftung?

Mit dem Programm „TWIN – Two Women Win“ bietet sie das einzige Mentorinnenprogramm bundesweit von und für Unternehmerinnen. Außerdem gibt es immer noch zwei – kostengünstige – Seminare jährlich. Ein Seminar findet immer mit Referentinnen statt. Das andere Seminar wird in Form eines Barcamps angeboten, in dem die Teilnehmerinnen ihre eigenen Fragen und Themen mitbringen.

WITC: Welche Frauen können sich bewerben, um eine der rund 300 Mentorinnen zu finden?

Für das Programm können sich alle Frauen bewerben, die mindestens ein Jahr selbständig sind und deren Unternehmen sich an einer Wachstumsschwelle oder im Veränderungsprozess befindet. Das bezieht sich nicht nur auf junge Unternehmerinnen (altersmäßig betrachtet), sondern dass kann auch eine 60-jährige Frau sein, die noch mal ein ganz neues Unternehmen gegründet hat. Es gibt auch Frauen, die das Mentoring Programm ein zweites oder drittes Mal nutzen.

WITC: Wie findet der Bewerbungsprozess statt?

Die Mentee nimmt den Kontakt zur Geschäftsstelle auf. Sie füllt dann einen Bewerbungsbogen aus. Anschließend wird in der Datei der Mentorinnen geschaut, welche Mentorin so genau wie möglich zu der Mentee passen könnte. Und dass Mentee und Mentorin aus unterschiedlichen Branchen kommen (Konkurrenz Ausschluss). Dann folgt ein persönliches Treffen, um zu prüfen ob die Chemie stimmt. Falls ja, werden Ziele, Wünsche, Erwartungen und die nächsten konkreten Schritte festgelegt. Das Programm läuft über ein Jahr, in dem sich das Tandem viermal trifft. Man begegnet sich persönlich, per Video, Telefon und/oder tauscht sich per Mail aus. Manche kommunizieren auch öfter und manche sind auch noch „nach der offiziellen Zeit“ in Verbindung. Die Investition in das Mentoring beträgt einmalig 250 Euro für die Mentee. Das Geld kommt der Stiftung zugute. Die Mentorin arbeitet ehrenamtlich. Während des Mentorings steht die Käte Ahlmann Stiftung jederzeit als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie vermittelt in Konflikten und sichert die Qualität des Mentoringprozesses. Außerdem fasst sie die Ergebnisse zusammen und koordiniert die wissenschaftliche Begleitung.

WITC: Können Sie uns aus Ihrer eigenen Erfahrung berichten, wie Sie als Mentorin gearbeitet haben?

Erst einmal: Sehr wertschätzend! Dazu: Zugewandt, bestärkend, lösungsorientiert, pragmatisch, humorvoll – und nordisch klar! Wir haben Themen im Gespräch behandelt, am Flipchart oder in einem Erfolgstagebuch. Ein Punkt war „Verhandlungsführung“. Sie war eine zarte, kleine Person mit blauen Augen samt blonden Haaren, hatte eine leise, zarte Stimme – und trug am liebsten Rosa mit fließenden Stoffen. Ich habe mit ihr zusammen an ihrem inneren und äußeren Auftreten gearbeitet, – von der Körperhaltung über den Blickkontakt bis hin zu dem Tipp, sich ein Stimmtraining zu gönnen. Und wir haben zusammen geschaut, mit welcher Kleidung und passenden Accessoires sie zusätzlich noch professioneller im Auftreten wirken würde. Im Rollenspiel haben wir dann bestimmte Verhandlungen geübt. Weitere Themen waren: Mitarbeiterführung, Erarbeitung einer Marketing-Strategie und die Organisation der Kinderbetreuung.

WITC: Was hat die Mentorin von ihrem ehrenamtlichen Engagement?

Es macht einfach Freude, sein Wissen und seine Erfahrungen an andere Frauen weiter zu geben. Zu sehen, wie die gesetzte Saat so nach und nach immer weiter aufgeht – und auch mal geerntet wird. Man hat die Möglichkeit „über den Tellerrand“ in andere Unternehmensbereiche zu schauen und erweitert damit das eigene Spektrum. Man reflektiert im Gespräch mit der Mentee auch eigene Vorgehensweisen oder Strukturen im eigenen Betrieb. Außerdem findet alle zwei Jahre ein Mentorinnentreffen in der Villa La Collina der Konrad-Adenauer-Stiftung am Comer See statt, die wiederum die Käte Ahlmann Stiftung unterstützt. Da geht es um den Erfahrungsaustausch, Vernetzung, den wissenschaftlichen Stand und die künftige strategische Ausrichtung.

WITC: Worin sehen Sie den Unterschied in einer männlichen und weiblichen UnternehmerInnen-Kultur?

Frauen sind anders. Männer auch. Es geht dabei weniger um „besser“ oder „schlechter“, sondern um „anders“. Frauen kommunizieren anders als Männer. Führen anders, weniger hierarchisch als teamorientiert. Verfügen – zumindest generell – über mehr soziale Kompetenzen. Frauen wollen eher Freude haben, wollen, dass sich alle wohl fühlen. Außerdem: Während sich ein Mann „nur“ um seinen Betrieb kümmert, sind es in der Regel immer noch die Frauen, die Zeit und Kraft in ihr Unternehmen investieren – und darüber hinaus auch noch dafür sorgen, dass die Tante ein Geburtstagsgeschenk erhält, der Hund zum Tierarzt kommt oder Brot , Käse und Kerzen für das Abendessen auf dem Tisch stehen!

Käte Ahlmann Stiftung
Ansprechpartnerin: Doreen Thomsen
Tel 040 – 20 93 19 23 – 0
www.kaete-ahlmann-stiftung.de

KÄTE AHLMANN ... war eine Unternehmerin aus Rendsburg-Büdelsdorf. Ihr Leben spannt einen Bogen von der Kaiserzeit bis in die 60er Jahre. Sie leitete über Jahrzehnte den ältesten und größten Industriebetrieb Schleswig-Holsteins: die Carlshütte in Büdelsdorf bei Rendsburg. 1931 übernahm sie nach dem Tod ihres Ehemanns die Leitung der Eisengießerei und war fortan Gesellschafterin der Ahlmann-Carlshütte KG in Rendsburg-Büdelsdorf. Sie beschäftigte damals 3.000 Mitarbeiter. Außerdem war sie Gründungsmitglied und die erste Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU), 1954 bis 1962.

Käte Ahlmann

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