Politische Rethorik und Umfragen

19. Mai 2020
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Studie: Ergebnisse von Umfragen beeinflussen Rhetorik der Bundesregierung

Die Ergebnisse von Umfragen haben einen direkten Einfluss auf die Rhetorik der Bundesregierung: Zu diesem Ergebnis kommt eine veröffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB).

Dafür werteten die Autoren rund 150 Umfragen aus, die zwischen 2009 und 2013 von der Bundesregierung in Auftrag gegeben worden waren, um die Stimmung der Bevölkerung zu erforschen. Die Forscher setzten die Umfrageberichte dann in Bezug zu über 20.000 veröffentlichten Regierungsreden.

Das Ergebnis: Mit Hilfe neuer statistischer Verfahren könnten die Wissenschaftler sprachliche Ähnlichkeiten zwischen den Umfrage-Berichten und den von Regierungsmitgliedern gehaltenen Reden feststellen. Die Autoren Anselm Hager und Hanno Hilbig zogen daraus den Schluss:

Die Kommunikation der Bundesregierung passt sich der öffentlichen Meinung an.

Sobald das Bundespresseamt repräsentative Umfragen an das Bundeskabinett und die Bundeskanzlerin weitergeleitet hatte, modifiziere sich die Rhetorik der Bundesregierung, schreiben die Wissenschaftler. Die Kabinettsmitglieder änderten dabei nicht nur die Themen ihrer Reden, sondern übernähmen auch inhaltliche Positionen der Umfragen.

Die Forscher folgerten daraus weiter, dass die Bundesregierung nicht nur den jeweiligen Parteibasen folge, sondern die gesellschaftliche Mitte im Blick habe, die in den Umfragen abgebildet werde. „Angesichts der bewegten Diskussion zu Covid-19 ist es aufschlussreich zu sehen, dass die Bundesregierung die Meinung der Bevölkerung genau registriert und sprachlich reflektiert“, erklärte der Wissenschaftler Hager.
Die Ergebnisse legten auch den Schluss nahe, dass die Regierung potenzielle Wählerinnen und Wähler genau im Blick habe, erklärte das WZB. Es gehe also nicht nur um die Repräsentation der öffentlichen Meinung, sondern auch um Wählerstimmen.
Die Studie „Does Public Opinion Affect Political Speech?“ wurde im „American Journal of Political Science“ veröffentlicht.
© Agence France-Presse

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