Wenn nicht alles nach Plan läuft: Ruhe bewahren!

7. März 2022
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IM INTERVIEW: Janine Kordes

Nach dem plötzlichen Tod des Vaters übernahm sie 2014 dessen Unternehmen “Schulz Industrie- reiniger” und gründete noch im selben Jahr ihr eigenes Unternehmen, die Kieler Seifen GmbH. Im Dezember 2020 wurde sie für fünf Jahre zur Handelsrichterin ernannt.

Name:  Janine Kordes
Beruf:  Unternehmerin
Familie:  Ein Sohn und eine Tochter
Hobbys:  mein Garten
Lieblingsorte:  überall, wo das Meer ist & mein Garten
Vorbilder:  Pippi Langstrumpf
Lieblingsbuch:  SIMPLE von Ottolenghi (ein Kochbuch)
Lebensmotto:  Wenn Du kein gutes Vorbild sein kannst, sei jedenfalls ein abschreckendes Beispiel
Das schätze ich an meiner besten Freundin:  
Sie erträgt mich und meine 1.000 Volt.

WOMAN IN THE CITY: Sie sind Unternehmerin – schlägt Ihr Unternehmerinnen-Herz seit der Corona-Pandemie lauter?
Janine Kordes: Ob es noch lauter schlägt, kann ich schwer beantworten. Die Corona-Krise hat mir als Unternehmerin viel abverlangt, da wir schwerpunktmäßig in einer Branche tätig sind, die sehr stark betroffen war. Ich würde eher sagen, dass mein Herz jetzt vertrauensvoller und intensiver schlägt. Wir (da beziehe ich meine Mitarbeiter explizit mit ein) haben bewiesen, dass wir als Team und Unternehmen auch eine schwere Krise bewältigen können, wir haben eine starke Substanz.

Was treibt Sie an, sich für weibliches Unternehmerinnentum einzusetzen?
Janine Kordes: Frauen haben in der Regel eine andere Sicht auf die Welt als Männer. Das bedeutet mehr Farbe, mehr Vielfalt und Bereicherung in der Unternehmerlandschaft, oft fehlt ihnen aber der Mut sich selbständig zu machen, hier möchte ich ansetzen. Außerdem ist natürlich gerade meine etwas ungewöhnliche Geschichte ein gutes Beispiel dafür, was alles möglich ist, wenn man sich nur traut.

Was lieben Sie an ihren Produkten am meisten?
Janine Kordes: Die Produkte von Kieler Seifen sind hochwertig und smart, trotzdem basieren sie auf traditionellen Rezepturen – das mag ich. Insbesondere die Grüne Seife ist mein Liebling, sie ist smart, weil sie unglaublich vielfältig einzusetzen ist und viele andere Reinigungsmittel mit einem Schlag ersetzt. Die ursprüngliche Rezeptur wurde schon vor vielen, vielen Jahren genutzt, wir haben sie nur etwas moderner umgesetzt; sie ist unglaublich hochwertig, da sie ein Konzentrat ist. Dass ich hinter meinen Produkten stehe drücke ich dadurch aus, dass jedes dieser Produkte das Bild meiner Großmutter trägt. Ich stehe voll dahinter!

,,Mein Leben als alleinerziehende Mutter ist sehr straff organisiert, die Nachmittag gehören in der Regel meinen Kindern.“

Sie vereinbaren, wie viele andere Frauen, ihren Job als Unternehmerin mit Familie und Kindern. Was empfinden Sie dabei als größte Herausforderung?
Janine Kordes: Die größte Herausforderung ist, bei sich zu bleiben und die Ruhe zu bewahren, wenn mal nicht alles nach Plan läuft, etwa ein Kind krank ist oder im Unternehmen etwas schief läuft oder beides gleichzeitig. Mein Leben als alleinerziehende Mutter ist sehr straff organisiert, die Nachmittage gehören in der Regel meinen Kindern.

Frauen und netzwerken: unwichtig, wichtig oder superwichtig?
Janine Kordes: Netzwerken ist definitiv superwichtig! Ohne ein gutes Netzwerk ist alles viel, viel schwieriger. Allerdings sollte man sich auch nicht im Netzwerken „verlieren“. Netzwerken ersetzt nicht den Vertrieb und sollte nicht als Absatzmarkt „missbraucht“ werden, sondern ist ein Backup für Themen, die man gegebenenfalls nicht in der Familie oder mit Freunden besprechen kann oder möchte. Ich persönlich bevorzuge gemischte Netzwerke und da auch eher persönliche Begegnungen als Social Media-Netzwerke.

Etwas „unternehmen“ heißt auch immer etwas „wagen“. Was möchten Sie die kommenden Jahre wagen?
Janine Kordes: Ich möchte meine Unternehmen weiter ausbauen, um uns (noch) krisensicherer zu machen. Das bedeutet vielleicht noch ein weiteres Unternehmen zu gründen oder durch Zukauf zu wachsen. Der Fokus steht dabei klar auf Sicherheit.

Wie privilegiert fühlen Sie sich in unserer Gesellschaft?
Janine Kordes: Ich bin privilegiert, definitiv. Ich entscheide frei über mein Leben und habe alle Möglichkeiten meinen Kindern ihren Weg – wo immer er hinführen mag – zu ermöglichen. Privilegiert zu sein bedeutet für mich aber auch Pflichten zu erfüllen, zum Beispiel meinen Mitarbeitern gegenüber, ich trage die Verantwortung.

Wie entspannen Sie am besten?
Janine Kordes: Am Strand mit den Füßen im Meer, egal, welche Temperatur das Wasser hat.

Was bedeutet „etwas geben“ für Sie?
Janine Kordes: Für mich ist Geben weniger materiell. Es bedeutet für mich Fürsorge und zu zeigen „ich sehe Dich“. Geben bedeutet nicht jemanden mit etwas zu überschütten, dass er vielleicht nicht benötigt, sondern zielgenau Hilfe, Unterstützung oder Anleitung anzubieten. Geben ist auch soziale Verantwortung, der man sich als Unternehmer und Mensch stellen sollte. Geben ist Mut machen.

 

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