Kleine Kielerin schreibt Grußkarten an Senioren. Foto: adobe stock
Initiative gegen Einsamkeit in Corona-Zeiten
Briefe an Senioren schreiben, die während der Corona-Krise besonders unter den Kontaktbeschränkungen leiden: Das war die Idee der zehnjährigen Kielerin Lene.
Vor drei Wochen hat sie damit begonnen. Mittlerweile machen auch zahlreiche Schüler vom Gymnasium Hebbelschule Kiel mit. Der DRK-Kreisverband Kiel e. V. unterstützt das Engagement der Kinder, hat die Projektkoordination übernommen und hofft, noch weitere Schulen dafür zu gewinnen. Um noch mehr Karten und Freude verschicken zu können, werden nun weitere Mitmacher aus Schulen und Kindergärten gesucht, die Spaß daran hätten, eine Karte zu basteln und Freude zu verschenken.
„Ich schreibe den Omas und Opas in den Seniorenheimen. Darüber freuen sie sich bestimmt!“, hatte Lene* eines Tages zu ihrer Mutter gesagt – und die Idee sofort in die Tat umgesetzt. Ihre Mutter nahm Kontakt mit der Wohnanlage Schilksee-Park Rosenhain vom DRK Kiel auf. Dort kam die Initiative ebenso positiv an wie beim DRK Kreisverband Kiel, der in Kiel 14 Senioren-Wohnanlagen betreut. Schon auf die ersten zehn Karten, die das Betreuer-Team bei der täglichen Türkontrolle in die Briefkästen gesteckt hatte, war die Resonanz außergewöhnlich gut: „Die Bewohnerinnen und Bewohner unserer Anlage haben sich unglaublich über diesen persönlichen Gruß gefreut! Dass es endlich mal ein positives Thema gab, über das man sich in der Wohnanlage austauschen kann, war mehr als willkommen“, erzählt Regina Blank, Leiterin der Einrichtung.
Eine super Idee!
Auf Lenes Wunsch hin nahm ihre Mutter Kontakt mit ihrer zukünftigen Schule, der Hebbelschule, auf. Nach den Sommerferien wechselt die 10-Jährige in die fünfte Klasse der weiterführenden Schule. „Lenes künftige Klassenkameraden und auch viele Schüler anderer Jahrgänge waren sofort Feuer und Flamme von der Idee – so wie ich!“, sagt Kirstin Reiche von der Hebbelschule. Seit Kurzem sammelt die Lehrerin jede Woche die Grußpost in einem eigens dafür aufgestellten Briefkasten und leitet sie an das DRK Kiel weiterleitet. Von dort aus wird die Post in allen Wohnanlagen verteilt. Mittlerweile hat die Aktion auch einen Namen: „Mehr Karten, mehr Freude“,
In den vergangenen Wochen hat allein Lene bereits mehr als 100 Karten gestaltet und geschrieben. „Auf ein bisschen stärkerem Papier und in etwas größerer Schrift, damit sie für alle älteren Menschen gut zu lesen sind“, erklärt Lene, die mittlerweile selbst per E-Mail mit den verschiedenen Einrichtungen in Kontakt steht. Die Grußkarten sind lediglich mit dem Vornamen des jeweiligen Kindes versehen. Aus Datenschutzgründen werden keine Namen oder Adressen weitergegeben. So sind auch Brieffreundschaften in diesem Zusammenhang nicht vorgesehen. Möchten die Senioren dennoch gerne zurückschreiben, können die Briefe bei den Betreuungskräften abgegeben, über den Allgemeindienst an die Schulen übermittelt und dort beispielsweise ausgehängt werden.
Nun hoffen die Beteiligten der Initiative „Mehr Karten, mehr Freude“ noch andere Schüler, Kita-Kinder oder auch Privatpersonen zum Mitmachen gewinnen zu können. Interessenten wenden sich bitte an die Koordinatorin für das
Kontakt-Infos: Britta Hohmann
DRK Kreisverband Kiel e. V.
Klaus-Groth-Platz 1
24105 Kiel
Tel.: 0431/59008-935
E-Mail: hohmann@drk-kiel.de
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