Positiv denken? Muss nicht!

30. Oktober 2019
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Positiv geht nicht immer

Eigene Stärken erkennen Potenziale ausbauen  –  ein Interview mit Autorin Sigrid Engelbrecht. Ihr Buch mit Kartenset „Alles was uns stark macht, hilft Ihnen, all Ihre verborgenen Fähigkeiten zu erkennen, um sie künftig beruflich und privat gezielter und erfolgreicher einsetzen zu können.


"Müssen wir denn immer positiv denken?"

Jeder von uns ist auf vielfältige Weise aktiv: im Job, in der Familie, im Freundeskreis, bei verschiedenen Hobbies. Die dabei entwickelten Kompetenzen erscheinen uns oft als eine Selbstverständlichkeit. Eigene Schwächen hingegen nehmen wir überdeutlich wahr, während unsere starken Seiten, unsere Talente und Potenziale ein Schattendasein fristen.

WITC: „Alles was mich stark macht“ heißt Ihr neues Arbeitsbuch inkl. Übungskarten. Was hat und macht Sie persönlich stark für das Leben?

Sigrid Engelbrecht: Dass ich Menschen mag und mich gut in andere hineinversetzen kann. Und da kommen dann noch Kreativität, Neugier, Humor und Durchhaltevermögen dazu, die mir helfen, den Alltag zu meistern.

„Positiv denken“ heißt es immer – das ist nicht wirklich einfach. Ist es uns in die Wiege gelegt oder können wir das wirklich lernen? Und: Müssen wir denn wirklich immer positiv denken?

„Positiv denken“ kann tatsächlich zur Gewohnheit werden. Ich selbst bin nicht grade als Sonnenscheinchen auf die Welt gekommen und war ein eher ernstes und oft bedrücktes Kind. Einen optimistischeren und zuversichtlicheren Blick auf die Welt zu werfen, habe ich mir erst so etwa vor 15 Jahren nach einer dramatischen OP angeeignet. Von daher sage ich: ja, positiv denken lässt sich lernen. Ohne Zwang. Es ist kein „muss“ sondern ein „kann“.

Alle unsere Gefühle haben ihren Platz, und doch ist mit überwiegend optimistischen und zuversichtlichen Gedanken das Leben einfach schöner.

Wir alle suchen nach einer Orientierung im Leben, die Medien und die Gesellschaft geben bestimmt Bilder vor, wie wir sein sollten – am besten perfekt, schön, klug, reich etc. Aber das alles hat doch wenig mit unserer individuellen Orientierung zu tun. Wie können wir diese finden?

Diese idealisierten Leitbilder führen meist nur dazu, dass Menschen sich chronisch unzulänglich, ja förmlich als Mängelwesen oder lebende Baustellen fühlen. Und dass sie sich als Folge davon auf ihre Schwächen konzentrieren und darauf, diese ausmerzen zu wollen, in der Hoffnung, man wird dann so, wie es „angesagt“ ist.
Persönliche Orientierung fängt da an, wo man sich über die eigenen Stärken klar wird und darüber, bei welchen Aktivitäten man sich wohl fühlt und was einem gut von der Hand geht, mit wem man gerne zusammen ist und was man gerne verwirklichen möchte – und es einem völlig egal ist, ob das jetzt „in“ ist oder nicht.

Geld spielt für fast alle Menschen eine wichtige Rolle. Wie lässt sich Entwicklung und Selbsterfahrung mit Geldverdienen vereinbaren? 

Schön ist natürlich, wenn beides Hand in Hand geht, also die Existenz gesichert wird mit einer Tätigkeit, die Erfüllung bringt und die persönliche Weiterentwicklung fördert. Wo dies nicht möglich ist, hilft es, das Geldverdienten (müssen) als gegeben hinzunehmen und sich darüber hinaus Freiräume zu schaffen für die Dinge, die einem am Herzen liegen.

Eine Devise von Ihnen ist: Anpacken statt Aufschieben? Wie geht das?

helfen zwei kleine Tools um in die Gänge zu kommen: Ich lege jeden Morgen meine „Top Five“ fest, die fünf Dinge, die für den heutigen Tag die wichtigsten sind, und die arbeite ich dann nacheinander ab. Bei Dingen, die erledigt werden müssen und deren Spaßfaktor im Minusbereich liegt, ich also davor zurückscheue wie ein Pferd vor dem Wassergraben, stelle ich mir ein Weckerchen auf zehn Minuten ein. Dabei sage ich mir, okay, zehn Minuten dabei zu bleiben, das kriegste hin und wenn du nach den zehn Minuten immer noch nicht ran willst, dann Morgen neuer Versuch. In neun von zehn Fällen funktioniert das. Bin ich mal drin, mach ich weiter. Meist ist es nur die Unlust am Anfang, die zum Aufschieben wichtiger Dinge führt.

Auch das Thema Stressbewältigung steht auf Ihrer Agenda? Wir wollen alle stressfrei leben, aber der Alltag sieht immer wieder anders aus. Wie gehen Sie dem Stress aus dem Weg?

Prioritäten setzen, Nebensächliches weglassen und ergebnisorientiert planen. Meine Vorhaben für den Tag nicht „auf Kante nähen, sondern Pufferzeiten für Unvorhergesehenes mit einplanen. Und: Kurzpausen, die der Entspannung, der Bewegung und dem Durchschnaufen dienen. Diese Pausen helfen, die Energie für längere Zeit auf einem guten Level zu halten.

Können Sie uns noch sagen, wie uns Ihr neues Buch „Alles was uns stark macht“ helfen kann?

Sich mit den eigenen Stärken zu beschäftigen stärkt das Selbstvertrauen enorm und fördert oft auch Qualitäten zutage, die man vorher gar nicht an sich wahrgenommen hat. Dies hilft dabei, das eigene Leben so zu gestalten, dass Lebenslust und Zufriedenheit wachsen.

 
 

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